Schmerz

Schmerzen sind eine äußerst unangenehme Begleiterscheinung unseres Lebens. Dennoch sind sie für den Organismus von lebensnotwendiger Bedeutung: Sie sind Bestandteil des körpereigenen Schutzsystems und stellen immer ein Warnsignal dar. Nur durch dieses Warnsignal reagieren wir schnell. Stellen Sie sich nur einmal vor, was passieren würde, wenn man auf eine heiße Herdplatte fasst und der Schmerz uns nicht sofort warnen würde.

Schmerzen, die

  • zum ersten Mal auftreten
  • mehrere Tage anhalten
  • deren Ursachen unbekannt sind,

sollten einer ärztlichen Diagnose zugeführt werden.

Schmerzentstehung

Schmerzen treten immer dann auf, wenn bestimmte Reize wie Verletzungen, Kälte oder Hitze einen gewissenSchwellenwert übersteigen. Dann werden Schmerzbotenstoffe freigesetzt. Diese Stoffe sind körpereigene Substanzen,  die von den geschädigten Zellen abgegeben werden. Sie lösen entweder selbst Schmerzen aus oder erhöhen die Empfindlichkeit unserer Schmerzrezeptoren. Diese Schmerzrezeptoren leiten den Schmerzreiz
weiter an unser Gehirn.

Dort erfolgt die Einstufung der Stärke des Schmerzes und des Ortes seiner Entstehung. Neben dem schmerzleitenden System hat unser Körper auch ein schmerzhemmendes System. Dieses blockt oder erschwert im Rückenmark und Gehirn die Weiterleitung des Schmerzimpulses, wodurch das Schmerzempfinden herabgesetzt wird.

Das funktioniert wieder mit Hilfe bestimmter Botenstoffe, den Endorphinen. Diese Stoffe wirken übrigens an den gleichen Rezeptoren wie starke Schmerzmittel, z.B. Morphium. Endorphine werden bei Gefahr, in Notsituationen
und bei extremer körperlicher Belastung für kurze Zeit ausgeschüttet.

Behandlung akuter Schmerzen

Schmerzen unbekannter Herkunft und immer wiederkehrende Schmerzen sollten medizinisch untersucht werden. Leichtere Schmerzen, deren Hintergrund man kennt, können auch selbst behandelt werden.
Dies ist zum Beispiel der Fall bei Kopfschmerz, durch

  • Wetterfühligkeit
  • besondere Anstrengungen
  • Alkohol- oder Nikotingenuss
  • bekannte Menstruationsbeschwerden
  • grippale Infekte
  • Glieder- und Gelenkschmerzen bei leichteren rheumatischen Beschwerden oder bei Überbeanspruchung.

Auch bei Zahnschmerzen lässt sich die Zeit bis zum Zahnarztbesuch mit einem geeigneten Arzneimittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol überbrücken. Wichtig ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit Schmerzmitteln. Sie sollten nicht in höheren Dosen oder über einen längeren Zeitraum als in der Gebrauchsinformation angegeben eingesetzt werden. Es besteht die Gefahr dass Schmerzmittel selber zu Schmerzen führen.

Behandlung chronischer Schmerzen

Chronische Schmerzen haben ihre Warnfunktion verloren, d.h. sie belasten extrem, helfen uns aber nicht, weil man in der Regel der Schmerzursache nicht ausweichen kann (man denke an die Schmerzen von Krebspatienten). Daher gilt es hier, den Schmerz intensiv zu bekämpfen, um der Entwicklung eines „Schmerzgedächtnisses“, das den Menschen immer empfindlicher werden lässt, vorzubeugen. Bei vielen Schmerzgebieten greift bei der Therapie chronischer Schmerzen das 1986 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelte Schema zu Bekämpfung von Tumorschmerzen.

Die WHO unterscheidet drei Stufen:
Die Behandlung mit leichten, mittelstarken und starken Schmerzmitteln.
Die Medikamente in Stufe 1 des WHOSchemas wirken unter anderem schmerzstillend, fiebersenkend und zum Teil auch entzündungshemmend. Zudieser Gruppe gehören u.a. Paracetamol und die nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) Acetylsalicylsäure, Diclofenac und Ibuprofen.

Ist mit ihnen in Stufe 1 keine Linderung zu erreichen, dann können sie in Stufe 2 mit morphinähnlichen Mitteln, so genannten schwachen Opioiden, kombiniert werden. In der letzten Stufe kommen starke Opioide zum Zuge, die nur über eine Betäubungsmittelverschreibung gegeben werden können. Heute setzt man solche stärkeren Schmerzmittel bei allen starken, länger anhaltenden Schmerzen ein, z.B. bei Nervenschmerzen, nach Operationen, bei schweren Rheumaformen und nach Knochenbrüchen . Man weiß, dass starke Schmerzmittel, wenn sie nur bei Schmerzen eingesetzt werden, keine Abhängigkeit erzeugen (nur wer solche Substanzen ohne Schmerzen konsumiert, wird süchtig).

Eigenschaften von Schmerzmitteln

Viele Schmerzmittel der Selbstmedikation unterscheiden sich in ihrer Stärke und auch in anderen Eigenschaften. So ist Paracetamol relativ schwach wirksam und hat praktisch keine entzündungshemmende Wirkung. Bei Überdosierung wird Paracetamol in einen stark leberschädigenden Stoff umgewandelt, der permanente Leberschäden bis hin zum Tod verursachen kann. Daher ist vor unkritischer Einnahme dringend zu warnen! Acetylsalicylsäure, der Wirkstoff von Aspirin, ist gut entzündungshemend und schmerzstillend, reizt bei empfindichen Personen jedoch schnell die Magenschleimhaut, ähnliches gilt für Diclofenac. Etwas besser
magenverträglich ist Ibuprofen.

Oft kann man durch Kombination zweier Wirkstoffe die Verträglichkeit steigern, weil man dann zwar eine additive Wirkung beider Stoffe gegen den Schmerz hat, insgesamt aber von keinem Arzneistoff sehr hohe Dosen zugeführt werden, was die Nebenwirkungen verringert


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